Rückblick auf 25 Jahre Kampf um ein Land- und Meeresreservat 

                                                     des Fischerdorfes Prainha do Canto Verde 

Einwohner des Fischerdorfes im Nordosten, dem brasilianischen Bundestaates Ceará, erzählten der internationalen Presse jahrzehntelang viele Geschichten um den Kampf der Gründung ihrer Schutzzone um ihren Lebensunterhalt durch die Fischerei und nicht zuletzt um die Existenz ihres Dorfes zu schützen. Auch mir.     (Video)

Die Anrainer leben immer noch überwiegend vom lokalen Tourismus, etwas Fischfang auf den kleinen flachen traditionellen Segelbooten die man Jangadas nennt. Sie haben einflussreiche Feinde, die das Überleben des Dorfes im Meer- und Landschutzgebiet, dem sog."RESEX" bedrohen, das Dorf spalten.

Inmitten einer rund 570 km lange Küstenlinie mit endlosen Sandstränden, Dünen und steilabfallenden Küstenabschnitten versucht das Dorf seit 50 Jahren dem Angriff der Spekulanten zu widerstehen, verliert aber immer mehr an Boden.

2004

Jangada.jpg

Vor Jahrzehnten habe ich in Prainha auch Co-Autorin Sandra Weiss das erste Mal getroffen. Sie schrieb über die damaligen Hautthemen; "Lokaler Tourismus" und "Langusten-Piraten" für viele Zeitungen. 

Wir haben zusammen den damaligen Widerstand über Jahre hinweg verfolgt.

2022 ist der

      illegale Landverkauf das Problem

Lindomar ist ein alter Bekannter und Interviewpartner von uns und sagt dass die Einwohner 2022 nicht mehr mit Journalisten und Wissenschaftlern reden wollen, vor allem nicht mit der "alten europäischen Garde," mit viel lokalen Vorwissen -immerhin habe ich 20 Jahre lang mehrere Monate pro Jahr in Prainha verbracht und darüber berichtet. Sie sind der Interviews und der Vorbild-Rolle müde. Heute sind wir sind für die Prainhaner nun "Besserwisser:"

"Nur jemand der hier wohnt kann beurteilen, wie gut es um Land und Meer, um die Lebens-Qualität steht" sagt Lindomar.

Richtig, -er vergisst dabei nur, dass das Dorf 30 Jahre lang einiges an Unterstützung von europäischer Presse, Wissenschaft und NGO's bekam, die nicht zuletzt zur Gründung des "RESEX" führte. Auch er hat von diesem Wissenstransfer profitiert. Einiges davon ist hängengeblieben, anderes nicht.

Verlorener Gemeinschaftssinn, Egoismus und die auch nicht unbedingt wegzuweisende "Brasilien-Zeitgeist-Paranoia" und die Angst vor lokalpolitischen Seilschaften trotz neu-altem Präsidenten, hat seit Jahrzehnten einen internen Dorf-Dialog verhindert.  Aber wie Lindomar schon aussagt; Prainha do Canto Verde ist ihr Dorf, -es ist ihr "RESEX", ihr Land- und Meeresreservat- das sie verteidigen müssen! Auch nach Brasiliens Versprechungen am COP27 sind Erfolgsaussichten leider nicht gerade toll!

 

Nicht nur aus europäsicher Sicht: 

In Prainha do Cante Verde hat sich das Krisengebiet weg vom Meer auf die Landfrage verlagert.