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Landreservat
                         (Teil des"RESEX") 

Die Situation 2022 im Landreservat:

Das Gemeinschaftswohl in Prainha steht nicht mehr im Vordergrund, die Jugend ist nicht mehr mit dem Kampf um das "RESEX" vertraut. Nun sind vormalige, -damals eher europäische Ideen, wie das Dorf erhalten bleiben kann und soll, nicht mehr gefragt. Der Originalkämpfer mit Schweizer Wurzeln,-René Schärer-der mehr oder weniger im Alleingang das "RESEX" in Brasilia durchgebracht, eine Schonzeit-Entschädigung für die Langusten Fischer erkämpft  das Projekt weltweit als Vorbild bekannt gemacht hat, ist nun über 80 Jahre alt, krank, vom Dorfgeschehen isoliert, wird immer noch mit juristischen Klagen Seitens der Gegner vom "RESEX" bedroht.

Da es heute die Problematik mit der Fischerei in in den Hintergrund getreten ist, steht nun die Verteidigung des Landreservates mitten

in einer Dünenlandschaft im Vordergrund!

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Der ideologischen Zerfall der Dorfgemeinschaft wird gefördert und finanziert vom einflussreichen Investor Tales de Sá Cavalcante, der eine illegalen Villa in Prainha hat,- gebaut im vor "RESEX"-Zeitalter. Er grüdnete "inoffiziell" einen zweiter Gegen-Dorfverein, der intrigiert, die Gemeinschaft spaltet und versucht, das 2009 zum Schutzgebiet erklärte "RESEX" wieder aufzuheben. Sein Einfluss auf die Jugend, Dorfschule und die Bildungsinhalte ist gross.

Auch im sog. alten, ursprünglichen Einwohnerverein hängt der Segen schief: Es hat sich da eine Art Führungs-Oligarchie einer einzigen Familie aus Prainha gebildet. 

In der Arbeit von Carolin Brugger wird das schon 2009 bestätigt! (siehe)

Das hilft der Spaltung des Dorfes auch nicht unbedingt; Die Familienmitglieder sind zwar absolut "RESEX" treu, aber man kann ihnen Nepotismus vorwerfen; Ihre Familienmitglieder werden wechselhaft als Präsidenten und in den Vorstand gewählt und sie beanspruchen viele Spesengelder für Kurse und Kongressreisen.  

Reservierung von Landparzellen sind illegal

Noch vor ein paar Jahren war Einzäunung von Parzellen kein Thema, während der Pandemie hat es überhand genommen;

 

Im "RESEX" sind Landverkäufe Illegal, und nichtbewilligte Landreservierungen für Nachkommen der Einheimischen müssten von den staatlichen Kontrollorganisationen  "Chico Mendes" & "ICMBio" zusammen mit dem lokalen "Beirat- dem "Conselho" bewilligt werden. Illegale Bauten von Ferienhäusern müssten eigentlich gestoppt, abgerissen werden.

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Während der Pandemie wurden die Kontrollen durch COVID-Isolation gestoppt, und der illegale Verkauf übernahm die Oberhand.

Die gesetzlich verankerten Kontrolliergänge werden auch nach der Pandemie  wohl noch ein bisschen länger brauchen um wieder in Gang zu kommen,  sieht man den desolaten Zustand des lokalen Büros von den staatlichen Kontrollorganisationen "Chico Mendes" & "ICMBio":  (Bild)

Der letze Kontroll-Bericht über Prainha, den man von "Chico Mendes" findet, ist von 2016:

 

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Lindomar Lima

Repräsentant des "alten, ursprünglichen " Einwohnervereins in Prainha 

Vor 20Jahren war er ein jugendlicher Kämpfer erster Stunde für das "RESEX" , hat Soziale Weltforums in ganz Brasiline besucht.  Dann hat er sich vor einem Jahrzehnt auch erfolglos in den provinzialen, murkigen Gewässern der lokalen Politik beworben. Erfolglos kehrte er dann reumütig in sein Dorf zurück, ist nun Fischereipräsident, -obwohl er seit seiner Jugend nicht mehr auf dem Meer war.

Auch schiebt er die Hauptschuld an den lokalen Drogenproblemen ausländische Touristen die Prainha besuchen in die Schuhe.

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Jaila Fernandez

Lehrerin 

Auch sie seit ihrer Jugend zusammen mit ihren Eltern dem Kampf ums "RESEX" verpflichtet, hat nach Videokursen als Jugendliche jahrelang im Nez Videos über Prainha "geposted", kennt Europa von Verwandten-Besuche. 

Heute ist sie völlig desillusioniert was die Zukunft des "RESEX" betrifft!

2014

Das ehemalige Vorzeigedorf ist der Fragen von Journalismus und Wissenschaft müde. Lindomar sprach in seiner Rolle als "Repräsentant" zusammen mit der Lehrerin Jaila als einer der Wenigen vor der Kamera;  Seine Erklärung warum illegale Einzäunung und Verkauf von Parzellen im "RESEX" überhand genommen hat, zeugt von Hilflosigkeit der "RESEX" Verteidiger, gegenüber der herrschenden Gesetzlosigkeit. 

Lokalpolitik Cearà 2022:

Tales de Sé Cavalcante -ein UN dotierter "Wohltäter"- gilt in Fortaleza als einflussreicher Unternehmer. Ihm gehört eine für die Prainhianer unbezahlbare Ausbildungsstätte, die ironischerweise Jugendliche von öffentlichen Schulen auf eine Universitätskarriere vorbereiten soll. In seiner eigenen Familie wird über dessen Erbe gestritten. Nun in den 80-igern, gehört der Oligarch immer noch zur alteingesessenen Elite des Bundesstaates mit Einfluss in Politik und Justiz. Viele Anwohner haben panische Angst vor ihm und trauen sich nicht mal, seinen Namen öffentlich auszusprechen.

Auch wenn nun Lula wieder als Staatsoberhaupt gewählt wurde, muss er sich mit einem überwiegenden Bolsonaro Getreuen im Senat und Unterhaus streiten, vor allem wenn es um die Umwelt, -also auch dem Erhalt der "RESEX" geht. Der Staat Cearà, ist seit Urzeiten sehr konservativ-oligarchisch orientiert.

 

Hier sind alte Seilschaften schwer zu beseitigen, was schon ein Video-Ausschnitt aus dem DOK "Zoff im Paradies" von 2014 zeigt.

Drastische Auswirkungen:

                 Hausverlust und Räumungsbefehl

Die Oligarchie griff schon früh mit seinen "RESEX" Auflösungs-Ideen auch auf die Dorfschule über; Nachdem der damalige Schuldirektor "Dedé" Costa Ferreira diesem Ansinnen gemeinsam mit dem Elternverein 2018 eine Absage erteilt hatte, wurde trotzdem ein Befürworter der RESEX-Auflösung zum neuen Leiter und Dedé zum Lehrer heruntergestuft. Ausserdem erliess ein Richter Anfang 2019 einen Räumungsbefehl für Dedés Privathaus.  

Hintergrund ist ein alter Landstreit. Nach dem Tod des ursprünglichen Eigentümers (vor der Gründung des "RESEX") wurde ein Teil des Grundstücks von den Erben an einen Portugiesen verkauft, doch nach der Gründung des "RESEX" verbot ein gerichtliches Embargo jegliche Transaktionen in Prainha do Canto Verde. Das Grundstück wurde verlassen; 2003 erhielt Dedé die Erlaubnis des damals alten Bürgervereins, darauf zu bauen. 

Daraufhin versuchte der ursprüngliche Käufer, das Grundstück samt Haus zu beanspruchen; der Fall wurde aber nach mehreren Jahren archiviert und 2019 wieder ausgegraben, ohne den Lehrer Dedé davon zu informieren oder ihm eine Chance auf Verteidigung zu geben. Der Richter, der das Urteil erliess, steht unter Korruptionsverdacht und wurde in vorzeitigen Ruhestand versetzt. Unklar ist, ob dies nur ein privatrechtlicher Konflikt ist oder dazu dienen soll, das RESEX und die Dorfgemeinschaft als Ganzes zu schwächen. Glücklicherweise haben sich nun einige Menschenrechtsanwälte der Sache angenommen und konnten 2019 Dedé's Räumungsbefehl vorerst aussetzen, nur um kurz vor der Pandemie das Ganze wieder zu reaktivieren.

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Die ganze juristische Rangelei um Dedé's Haus ist seit der Pandemie bei der Justiz des Staates Cearà pausiert, doch Dedé wünscht sich sobald wie möglich ein Urteil, - wie immer es auch ausfallen mag; die Ungewissheit macht ihm und der Familie mehr und mehr zu schaffen. Allerdings hat er und Lindomar nach der Wahl von Lula, wieder neue Hoffnung geschöpft:

Denn neben den zwei gegensätzlichen Einwohnervereinen wurde neu in Prainha das sog."Conselho" eine Art externer "Beirat" mit Vertretern beider entgegengesetzter Vereine für zwei Jahre gewählt und wieder aktiv. Mitglieder sind eine Vertreterin der Frauengruppe, Vertreter der Fischer, der Handwerker, des Gesundheitswesens und sollen den staatlichen Organen mit lokalen Vorschlägen zur Seite zu stehen.

Theoretisch ist der Conselho eine gute Idee, denn er ermöglicht es den verschiedenen Interessengruppen, mitzubestimmen, wie die Dinge im "RESEX" Reservat laufen; so hoffen jedenfalls Lindomar und seine Mitstreiter. Zusammen mit der staatlichen Kontrolle gegen den Landverkauf erwarten sie, dass man im Kampf um den über den Erhalt des " RESEX"  gelegentlich wieder Oberhand gewinnen kann!