Claire & Neu

Claire, aus London, verheiratet mit dem Fischer Arineu in Prainha, Lehrerin, lokale Fotografin, lebt seit zwei Jahrzehnten in Prainha und fischte früher oft mit ihrem Mann auf den Jangadas im offenen Meer bis er Nierenkrank wurde, es nicht mehr schaffte und die Jangada verkaufen musste. Claire arbeitete bis kurz vor der Pandemie im lokalen Beirat aktiv mit das Dorf zu erhalten. Dann wurde es ihr wieder einmal mehr zu gefährlich!

Meeresreservat 
                 (Teil des "RESEX")       

Was geschah im

           Meeresreservat seit der Gründung 2009?

Das Meeresreservat wurde ursprünglich in erster Linie zum Schutze gegen die Piraterie der Langustenfischerei gegründet; bis vor etwas mehr als einem Jahrzehnt die Haupteinnahme der Fischer von Prainha!

Gegenüber der Problematik des Landverkaufes im "RESEX "sind 2022 die Schutzmassnahmen im Meeresreservat zwar weiterhin auch nicht eingehalten worden, betreffen aber die Gesamtheit der Dorfbevölkerung unterdessen weniger, die nun vorwiegend vom lokalen Tourismus lebt. Hinterfragt wird n der heutigen Zeit auch, was in Prainha ein Meereschutzgebiet noch bringt, vor allem auch weil schon vor der Pandemie unter dem rechten Regime von Bolsonaro die Budgets des Umweltministeriums praktisch auf null runtergefahren wurden; somit auch das der Verantwortlichen der Aufsicht über die "RESEX" -den staatlichen Kontrollorganisationen "Chico Mendes" & "ICMBio"- dann während der Pandemie vollständig zum Stillstand kam:

2017 wird noch ein negativer Bericht auf der Homepage des "Instituto Chico Mendes" über ihre mangelnde Artenschutz-Kontrolle in Prainha do Canto Verde erwähnt, angeklagt  ausgerechnet von dem neuen Gegen- Einwohnerverein, die damit wohl beweisen wollte, dass das "RESEX" in Sachen Umwelt auch nicht funktioniert!

 

Danach war auf der staatliche Info-Homepage Funkstille und sie wurde erst nach den Wahlen Ende 2022 wieder etwas aktiver.

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© Claire Pattison- Valente

2014

Eigentlich sind in einem "RESEX "die Fischer verpflichtet, geschützte Meerestiere zu achten. Denn leider geraten diese oft in die Schleppnetze grosser Fischerboote, können sich nicht befreien und werden dann tot angeschwemmt.

2014

Trailer

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Ganzer Film in Englisch

Laut Claires Mann -Neu,- fischen heutzutage auch in der erlaubten Saison viele der übrig gebliebenen alten Fischer von wegen Langustenmangel nur noch ein, zwei Tage pro Woche. Weil sie per immer noch bestehenden "RESEX" Regeln in der geschlossenen Langusten-Fangzeit-Saison 6 Monate lang Arbeitslosengeld beziehen, dürfen sie in diesem Zeitraum aber auch keine Netz-Fischerei auf dem Meer betreiben, nur zur Selbstversorgung mit Netzen vom Land aus im seichten Meer. 

Nahrungssicherheit wurde unter den Fischern vor dem Einbruchbruch der Fischerei gross geschrieben; sie teilten den Fischfang nach bestimmten Regeln unter sich auf- Langusten waren- als es sie noch gab,- wurden für den Verkauf reserviert.

2012

Langusten, noch Anfangs Jahrhundert das Haupteinkommen, verschwanden trotzt Massnahmen laut Claire s Mann Neu schon vor mehr als einem Jahrzehnt.

Was entlang der Küste im Nordosten Brasiliens an Langusten übrigblieb, ist durch die Erwärmung des Meerwassers entweder in kältere Wasserzonen abgewandert oder wird heute immer noch von Piraten mit Taucherausrüstung vom Meeresboden gepflückt; unter der Regierung Boslonaro's wurden diese nicht mehr gross vom Umweltministerium kontrolliert, haben heute wieder freie Hand.

Nur für die nicht mehr gross fischenden Prainihaner ist es heutzutage. nicht mehr ihr Hauptproblem. 

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Während der immer noch durch eine Art Arbeitslosengeld entgoltenen Schonzeit fischen sie sowieso meist nur noch mit Netzen im seichten Meer.

 

Diesem lokalen Fischer zufolge kann er bei guten Verhältnissen in Strandnähe so an die 30 Fische fangen, indem er eine meterbreite Barriere kreiert. Das Netz wird durch leere Plastikflaschen an der Oberfläche treiben und mit Sand gefüllten  auf dem Meeresboden fixiert.

Junge Männer wollen nicht                                 mehr fischen

Heute sind die Jugend in vielmals Internetgängigen oder Tourismus- Berufen gut ausgebildet, was den verschiedenen "Lokal-Tourismus-Projekten gesponsert von europäischen NGO s  während den ersten Jahren nach der "RESEX"Gründen zu verdanken ist. Auch die jungen Frauen heiraten weniger früh, sind berufstätig. Vielmals sind die Jobs in einer nahen Stadt, aber die meisten wollen trotzdem noch in Prainha leben.

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Sie sind zwar stolz auf ihre Fischerväter, vielleicht helfen sie ab und zu mal bei Start und Landung von Vaters Jangada, sind allenfalls noch  "Hobbyfischer" oder messen sich lieber mit selbstgebastelten Modell-Jangadas im seichten Meer, als dass sie auf grossen Jangadas auf dem Meer fischen gehen.

Ist ohne Fischerei-Nachwuchs ein Meereschutzgebiet "RESEX" dann in Zukunft überhaupt noch haltbar?

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Lektion im Netzfischen im seichten Meer: Claires Fischermann s Nierenkrankheit ist viel schlechter geworden, aber er kann sich noch aufraffen um seinem Sohn Luan etwas von der alten Selbstversorgungsfscherei beizubringen, auch wenn Luan, -der zweisprachig aufwuchs,- zwar in Prainha leben, aber kein Fischer sein will:

Uber die Jahre versandete Fischeri-Projekte 

Jahrzehntelang hat man den lokalen Fischern Kurse angeboten für alternative Möglichkeiten zu dem Fischereihandwerk, die auch für Fischer von Prainha offen waren: Aber sobald Wissenschaftler und NGO's ihre Studien oder Projekte beendeten, sie den lokalen Fischern übergaben, fiel das Ganze nach ein paar Jahren auseinander. Auch die Regatta- ein Kampf und den Fischern um die besten Jangadasegler- wurde während der Pandemie gestoppt und vorläufig nicht mehr aufgenommen.

2012

2010

So sieht der Fischtank heute aus. Die Klein-Fischzucht zu Hause blieb eine Fantasie. Für die Fischer damals zu fremd, solange sie sich per Netz vom Meer ernähren konnten.

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2022

2002

Im Jahre 2002 wurde eine Schiffsbauschule für Katamarane von Réne Schärer mit NGO Geldern organisiert. Katamarane sind schneller und weniger arbeitsintensiv aber waren damals schon 6 mal teurer als eine traditionelle Jangada: 

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2022

Dann starb auch noch der Schiffbaulehrer und das Projekt verfiel. Was an Wissenstransfer übrig blieb:

Die Fischer lernten nach Plänen zu bauen und wurden gute Schreiner. Heute sind noch zwei halb verfallene Modell-Katamarane am Strand parkiert.

2002

Diese fallengelassenen Projekte waren teilweise auch ihrer Zeit voraus; Um die Jahrhundertwende war Umweltschutz etwas für Wissenschaftler und spezifisch interesseirte Leute mit genügend Weitsicht: 

Vielleicht hätten diese Projekte heutzutage mit dem weltweit neuen Umweltschutzhype der nicht nur weltweit via Amazonas auch in anderen Teilen Brasiliens übergeschwappt ist, bessere Chancen zu überstehen.

2005

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2013