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Was ist ein "RESEX"
 
seit 2009 ist Prainha do Canto Verde
ein Land- und Meeresreservat- ein RESEX (Reserva Extrativista )

1. Weltweiteiter Schutz des Meeres

Seit 2012 plant die Internationale Gemeinschaft im Rahmen der UNO, weltweit 10 Prozent der gesamten Meeresoberfläche im Rahmen des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) zum Meeresschutzgebiet zu erklären. So sollen alle geographisch und biologisch bedeutsamen Lebensräume und Arten exemplarisch geschützt werden. Die Verwaltung dieser Schutzgebiete soll weltweit juristisch organisiert werden und auf Selbstverwaltung (community-based management) mit staatlicher Kontrolle basieren. Momentan ist dieses Ziel noch weit entfernt.   

 

Gründe dafür sind die starken wirtschaftlichen Gegeninteressen der Industriefischerei und vor allem fehlende juristische Mechanismen. Staaten haben nur Rechtsbefugnisse bis zu einer 200 Meilen von der Küste entfernten Zone, der sogenannten Ausschliesslichen Wirtschaftszone. Jenseits beginnt die Hohe See. Auf ihr gilt für alle Länder freie Schifffahrt, frei Fischerei, Freiheit zur Forschung und militärische Übungen in Friedenszeiten.

In Brasilien wurde in den 90er Jahren begonnen, wichtige natürliche Ressourcen gemeinschaftlich durch Staat und Nutzer zu verwalten. Das erste *RESEX* wurde 1990 in Amazonien eingerichtet, dank der internationalen Mobilisierung um Chico Mendes, der die Kautschukarbeiter im Bundesstaat Acre vertrat. Allerdings wurde er vor Inkrafttreten durch Großgrundbesitzer ermordet und laut neusten Berichten ist auch das Chico Mendes "RESEX" in Amazonien in Gefahr, aufgelöst zu werden. 

2.Brasilianische Gesetzgebung

Alle als RESEX-Reservate deklarierten Flächen befinden sich nun im Besitz des Staates und unterliegen strengen Umwelt-, Handels-, Bau- und Verwaltungsauflagen.

Laut nationalem Schutzgebiet-Register gibt es im Juli 2015 90 Rohstoffreservate im Land: 62 auf Bundesebene und 28 auf Landesebene. Beispiele für RESEX sind die SerraReserva Extrativista Chico Mendes, die Reserva Extrativista Rio Xingu und die Reserva Extrativista Acaú-Goiana und Prainha do Canto Verde.

 

Extraktrive Meers- und Rohstoffreservate (RESEX) sind geschützte Gebiete, deren Ziel es ist, die Lebensgrundlagen und die Kultur der traditionellen Bevölkerung zu schützen und die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen des Gebiets zu gewährleisten. Der Lebensunterhalt dieser Bevölkerungsgruppen basiert auf der Gewinnung von Rohstoffen und wird von Subsistenzlandwirtschaft und Kleintierzucht ergänzt.

Die RESEX-Gebiete sind Staatseigentum, dürfen aber ausschliesslich von den traditionellen Bergbauvölkern (nur Bergbau?) genutzt werden. Privatland wird laut Gesetz enteignet . Öffentliche Besuche sind erlaubt, sofern sie mit den lokalen Interessen und dem Entwicklungsziel vereinbar sind. Auch wissenschaftliche Forschung wird erlaubt und gefördert, sofern sie die zuständige Umweltbehörde genehmigt .

Andererseits ist sowohl die Amateur- wie die Berufsjagd im Gebiet verboten. Die kommerzielle Nutzung der Holzressourcen darf nur auf nachhaltiger Basis, in Ausnahmefällen und als Ergänzung zu den anderen Aktivitäten im Reservat erfolgen und muss den Vorschriften und dem Managementplan entsprechen.

Das Gebiet wird von einem beratenden Rat verwaltet, (..) der aus Vertretern von Regierungsbehörden, zivilen Organisationen und der in dem Gebiet ansässigen traditionellen Bevölkerung besteht, (..). Dieser Rat genehmigt den Bewirtschaftungsplan für das Fördergebiet.

Da es sich um eine nachhaltige Nutzungseinheit handelt, kann die in einem Resex entstehende Wirtschaft nicht grossangelegt und konkurrenzfähig sein. Vielmehr muss  sie auf die Nachhaltigkeit der dort ansässigen traditionellen Bevölkerung achten.

 

Die Rohstoffreservate wurden durch das Gesetz 9.985/00 geschaffen und sind Teil des Nationalen Systems der Naturschutzeinheiten (SNUC). Verwaltet werden sie von der entsprechenden Umweltbehörde. Handelt es sich um ein Bundesgesetz, ist das Chico-Mendes-Institut (ICMBio) zuständig; handelt es sich um ein Landes- oder Kommunalgesetz, ist die staatliche oder kommunale Umweltbehörde verantwortlich.
 

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