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Drogen & 
   lokaler Tourismus

Einheimische geben dem Tourismus für die Verbreitung der Drogen schuld

Zwar leben die Prainhaner unterdessen fast ausschliesslich von lokalem Tourismus, aber eine allfällige Auflösung des "RESEX" wird den "lokalen" Tourismus sowieso in Frage stellen. Dazu kommt noch ein weiteres zeitgenössisches Problem.

Unterdessen gibt es viele Drogenkosumenten unter den lokalen Fischern und der Jugend, vor allem neue Designerdrogen und Crack-. Lindomar der lokale Aktivist und Mitglied des "alten" Einwohnervereins schiebt nun die Schuld -ohne Namen zu nennen, -am Einzug der Drogenmafia in das Dorf den ausländischen Touristen zu:

 

"Wo es Drogenkonsumenten gibt, gibts auch einen Handel"! Und ja, der Staat Cearà ist der grösste internationale  Umschlaglatz von Drogen in Brasilien.

Früher tobte ein Kampf um die die vorderste Reihe, der Strand-Bauzone, die eigentlich innerhalb der Gemeinde geregelt werden sollte. Nun übernimmt das steigende Meer, die beschleunigten Wanderdünen die Regie.

 

 

Der einzige, leider makabere Trost: Die vom Oligarchen bestochen Familien Clans haben ihre Pensionen direkt am Strand durch das steigende Meer schon längst verloren. 

In wenigen Jahren wird eine weitere Strandpromenade vom Meer verschluckt worden sein und Einwohner mit Häusern in der heutigen zweiten und dritte, ja vierten Strand-Reihe, werden dann die Vordersten sein!

 

Dünenstrände von Ceará gehören zu den schönsten und unberührtesten Brasiliens. Das haben Investoren schon lange entdeckt. Immer wieder haben geldgierige Politiker und Landhaie in den vergangenen 40 Jahren versucht, auch aus Prainha ein lukratives Ferienressort zu machen. 

Durch die noch illegalen Landverkäufe bewegt sich der "lokale" Teil des Tourismus immer mehr weg vom Kommunalen; Besucher mit Ferienhäusern bringe von der Stadt billigere Einkäufe mit, kochen selber, was den lokalen Läden und Restaurants natürlich weniger Kundschaft und Einkommen bringt.

Wenn man die Prainhaner heute fragt wie die Zukunft aussieht ist ihre frühere Horrorvision "Canoa Quebrada" die Antwort!

Noch vor 20 Jahren träumten die Prainhaner  davon, dass sie niemals so wie das 80 km entfernte Massentourismusort "Canoa Quebrada werden. Sie hatten damals erlebt, wie in Canoa Quebrada die Fischer ihre Strandhütten billig an Investoren verkauften, ihre Lebensgrundlage verloren und fortan nur noch als Fotomotive oder Gepäckträger die Brosamen abbekamen. Ihre Kinder waren  Prostitution und Drogen ausgesetzt. 

Der einzige Unterschied, zwischen den beiden Fischerdörfern ist:

Canoa Quebrada hat steilabfallende fixe ??? in einer Bucht, die den Strand zwar auch nicht gross vom steigenden Meer schützt, aber die relativ einfachen Strand-Restaurants für die Touristen sind leicht wieder aufbaubar. Auch befinden sich die grossen Wanderdünen hinten und oben am Dorf.

 

Prainha do Canto Verde hat einen flachen, offenen ungeschützten Strand und die Häuser sind teilweise von Wanderdünen bedroht. So ist das Dorf ironischerweise durch seine lokalen Umweltprobleme wenigstens vor Hochhäusern die man nicht auf Wanderdünen bauen kann und somit auch von touristischen Grossprojekte geschützt. Was das Dorf selber allerdings nicht gegen eine in Canoa Quebrade übliche, über-asphaltierte Touristen-( Sauf)- Meile schützen wird.

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Das alte Konzept von lokalem Tourismus beruhte  

auf partizipatorisches, gemeinsames Einkommen

Das frühere Tourismus-Konzept von Prainha do Canto Verde war im Ansatz eine nachhaltige, partizipatorische Wirtschaft- Tourismusentwicklung, entstanden mit Hilfe von verschiedenen NGOs, anfangs unter der Führung von René Schärer entwickelt; ein Tourismus, der sich an die Umwelt und Kultur der einheimischen Fischer anpasst. Ein idealer Tourist war damals jemand, der sich dem Dorfleben anpasste, sich in den einfachen Unterkünften und Restaurants wohlfühlte und um zu kommunizieren, idealerweise Portugiesisch spracht.

2015 / Lokaler Tourismus in Prainha do Canto Verde - Sandra Weiss
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2022

Der jahrelange Zusammenschluss einiger Dörfer und RESEX an der Küste von Ceara namens "Rede Tucum" hat Pandemie und Lokalpolitik theoretisch zwar überstanden, aber die homepage wurde seit Jahren nicht mehr richtig upgedated und die betreuende NGO "Terramar kümmert sich vermehrt anstatt um Förderung des "RESEX" um deren Erhalt und genereller Anulation von Land traditioneller Völker in der Küstenregion.

       2015: Ausschnitte aus dem DOK:

"Zoff im Paradies" von Charlotte Eichhorn

Die kleine lokale Arbeit 2014 der Schule im Auftrage einer NGO hat die heutige lokale Lehrerin Jaila damals geleitet; Sie hat die damalige, relativ geschützte Situation des "RESEX" Prainha mit einem Nachbardorf verglichen: Leider hat sie die heutige Wirklichkeit eingeholt;

Internationale Auszeichnungen für den sozialverträglichen Tourismus:

3sat/nano 

Ökotourismus: Prainha do Canto Verde

1999

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2010