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Drogen & 
   lokaler Tourismus

Einheimische geben dem Tourismus die Schuld

für die Ausbreitung von Drogen

Die Prainhaner leben inzwischen fast ausschliesslich von lokalem Tourismus. Werden die juristisch festgehaltenen "RESEX" Regeln freilich weiter ignoriert, stellt dies den "lokalen" Tourismus ohnehin in Frage. Dazu kommt noch ein weiteres zeitgenössisches Problem:

Unterdessen konsumiert nicht nur die Jugend Drogen, auch die einheimischen Fischer nehmen neue Designerdrogen und Crack. Lindomar, lokaler Aktivist und Mitglied des "alten" Einwohnervereins, gibt die Schuld am Auftauchen der Drogenmafia im Dorf den ausländischen Touristen - ohne Namen zu nennen.

 

"Wo es Drogenkonsumenten gibt, gibts auch einen Handel"! Und ja, - der Staat Cearà ist der grösste internationale Umschlaglatz von Drogen in ganz Brasilien.

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Die illegalen Landverkäufe bewirken, dass sich der Lokaltourismus immer weiter vom Dorfleben entfernt. Besucher mit Ferienhäusern bringen aus der Stadt billigere Lebensmittel mit, kochen selber, vermieten ihre Häuser, zum Nachteil der lokalen Pensionen, Läden und Restaurants.

Wenn man die Prainhaner heute fragt wie die Zukunft aussieht, ist die Antwort; wie der nahe Massentourismus Ort  "Canoa Quebrada“.

Noch vor 20 Jahren schauderten die Prainhaner bei der Vorstellung, so wie das 80 km entfernte Massentourismus-Ort "Canoa Quebrada zu werden. Sie hatten damals erlebt, wie dort die Fischer ihre Strandhütten billig an Investoren verkauften, ihre Lebensgrundlage verloren und fortan nur noch als Fotomotive oder Gepäckträger die Brosamen abbekamen. Ihre Kinder waren Prostitution und Drogen ausgesetzt. 

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Der einzige Unterschied in der touristischen Weiterentwicklung zwischen den beiden Fischerdörfern liegt in der Natur der Landschaft: Canoa Quebradas Bucht liegt zwischen steilen Felsen, die den Strand zwar auch nicht ganz gegen das Meer schützen. Doch es wurden dort keine Häuser gebaut und die relativ einfachen touristischen Strand-Restaurants sind leicht wieder aufbaubar.  Auch befinden sich die grossen Wanderdünen hinten und oben am Dorf und bedrohen es nicht.

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Prainha do Canto Verde hingegen hat einen flachen, offenen ungeschützten Strand, und die Häuser sind teilweise von Wanderdünen bedroht. So ist das Dorf ironischerweise dank seiner Lage wenigstens vor Hotel-Grossprojekten geschützt, die man nicht auf Wanderdünen bauen kann. Nicht verhindern hingegen lässt sich wohl eine wie in Canoa Quebrada übliche, zuasphaltierte Touristen-(Sauf)-Meile.

Das alte Konzept von lokalem Tourismus beruhte  

auf partizipatorisches, gemeinsames Einkommen

Anfangs Jahrhundert entstand mit finanzieller Hilfe von verschiedenen europäischen NGOs unter der Führung von René Schärer ein lokalerTourismus, der sich an die Umwelt und Kultur der einheimischen Fischer anpasst. Ein idealer Tourist war damals jemand, der sich dem Dorfleben anpasste, sich in den einfachen Unterkünften und Restaurants wohl fühlte und idealerweise Portugiesisch sprach.

2015 / Lokaler Tourismus in Prainha do Canto Verde - Sandra Weiss
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2022

Der jahrelange Zusammenschluss einiger Dörfer und RESEX an der Küste von Ceara namens "Rede Tucum" hat Pandemie und Lokalpolitik theoretisch zwar überstanden, aber das „ Partizipatorische“ ist unterdessen verschwunden; die homepage wurde seit Jahren nicht mehr richtig betreut und die zitierte NGO „Terramar“  kümmert sich vermehrt statt um die Förderung eines lokalen Tourismusprogramms und dem "RESEX" um die bedrohten Landrechte der  traditionellen Völker in Ceará.

       2015: Ausschnitte aus dem DOK:

"Zoff im Paradies" von Charlotte Eichhorn

Die kleine vergleichende Studie, die die damalige Studentin und heutige Lehrerin Shaila 2014 im Auftrag einer NGO über die Lage im relativ geschützten  "RESEX" Prainha und einem Nachbardorf machte, hat die Wirklichkeit inzwischen eingeholt. Zwischen den beiden Dörfer gibt es keinen grossen Unterschied mehr.

Internationale Auszeichnungen für den

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3sat/nano 

Ökotourismus: Prainha do Canto Verde

damaligen sozialverträglichen Tourismus:

1999

2002

3sat/nano  

UNO: Jahr des Ökotourismus

Charlotte Eichhorn wurde für den Beitrag ausgezeichnet.

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2010

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