Die Guaraní bevölkerten lange vor der Ankunft der Europäer Südamerika. Heute werden sie vertrieben und in kleine Schutzgebiete gesteckt. Der Wald, in dem sie Nahrung und Schutz fanden, befindet sich auf sehr fruchtbarem Land und wird für Monokulturen und Viehweiden abgeholzt. Das Volk verliert seinen Lebensraum und damit seine Ernährungsgrundlage. Das Resultat: physische und psychische Gesundheitsprobleme. Selbstmorde haben stark zugenommen.

Wie alt die Kultur der Guaraní ist, darüber gibt es unterschiedliche Schätzungen. Anthropologen haben in Paraguay Felszeichnungen gefunden, die über 5000 Jahre alt sind sowie Keramiken, die aus der Zeit von 400 vor Christus stammen. Die Guaraní stammen vermutlich aus der Amazonasregion und zogen auf der Suche nach neuem Land Richtung Süden, wo sie in den fruchtbaren Ebenen fündig wurden. 

Bei der Ankunft der Europäer waren sie das grösste Volk Südamerikas. Ihr Siedlungsgebiet erstreckte sich von Brasilien, Bolivien, Paraguay und Argentinien bis nach Uruguay. Die Guaraní lebten von der Jagd, vom Fischfang und vom Sammeln von Früchten, betrieben aber auch Ackerbau und hielten Kleinvieh. Doch warum gingen sie auf Wanderschaft?  Waren sie ein Volk der Krieger, wie „guaraní“ landläufig übersetzt wird?