2015 / Lokaler Tourismus in Prainha do Canto Verde - Sandra Weiss
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Mitspracherecht der Bevölkerung

 

Das Tourismus-Konzept von Prainha do Canto Verde ist im Ansatz eine nachhaltige, partizipatorische Wirtschaft- Tourismusentwicklung mit Hilfe von verschiedenen NGOs, anfangs unter der Führung von René Schärer entwickelt; ein Tourismus, der sich an die Umwelt und Kultur der einheimischen Fischer anpasst. Ein idealer Tourist ist jemand, der sich dem Dorfleben anpasst, sich in den einfachen Unterkünften und Restaurants wohlfühlt und um zu kommunizieren, idealerweise Portugiesisch spricht.

 

Dünenstrände von Ceará gehören zu den schönsten und unberührtesten Brasiliens. Das haben Investoren schon lange entdeckt. Immer wieder haben geldgierige Politiker und Landhaie in den vergangenen 40 Jahren versucht, auch aus Prainha ein lukratives Ferienressort zu machen. 

Jahrzehnte im Nachhinein wurde bekannt dass ein Oligarch aus Fortaleza, Tales de Sá Cavalcante dahintersteckt, der am Rande des Dorfes vor fast 30 Jahren eine schon damals illegale Luxusvilla am Strand gebaut hat, und fast die Hälfte des Landes im Dorfe beansprucht..

Einige Einwohner gingen gegen ihn vor Gericht, doch die Mühlen der Justiz mahlen langsam: Erst 2009 wurde ihnen per Präsidialdekret das Anrecht auf 610 Hektar und die vorgelagerten Gewässer zugesichert, dem sogenannten RESEX (Land und Meeres-Schutzgebiet).

2019

Trotzt eines mehrfach ausgezeichneten Tourismus-Projektes ( Video ) des Zusammenschlusses einiger Küstendörfer in Ceará ist der Einzug eines Massentourismus nicht gebannt. 

 

Die nicht absehbaren Auswirkungen der Wahl des neuen Staatspräsidenten, der droht, auch im Amazonasgebiet alle indigenen Schutzgebiete aufzuheben, in Prainha erzeugt der noch immer intrigierende Oligarch mit seinen Bestechungsgeldern an einen Teil der Bevölkerung im RESEX Unbehagen über eine ungewisse Zukunft.

       2015: Ausschnitte aus dem DOK:

"Zoff im Paradies" von Charlotte Eichhorn

Immer mehr bestochene Fischer verscherbeln für ein Butterbrot ihr vom lokalen Rat der RESEX Verwaltungsrat zugeteiltes Land illegal an Touristen oder Dorfbewohner. Es gibt bereits böses Blut weil plötzlich sorgfältig geplante Bauzonen aufgelöst und z.B auch Wegerechte zu einzelnen Häusern nicht mehr gewährt werden.

Diese irregeführten Fischer

sind es nicht gewohnt, längerfristig zur denken,  überlegen sich nicht wo sie und ihre Kinder nach einem Verkauf wohnen sollen. (Video)

Wenn Einheimische ihr Haus illegal verkaufen, verlieren sie das Recht im RESEX neues Land zu beanspruchen. Ausserhalb, im dünenfreien Hinterland, ist Bauland aber sehr teuer, und Fischer müssen einen weiten Weg zu ihren Jangadas zurücklegen.

Das bebaubare Dünen-Land in Prainha do Canto Verde wird rar. Bauen kann man nur auf fixen Dünen, und trotzdem können Wanderdünen dank dem heutigen Klimawandel die die Häuser überrollen. Man versucht täglich den angehäuften Sand der die Häuser bedroht, auszuebnen.

Es tobt ein Kampf um die die vorderste Reihe, der Strand-Bauzone, die eigentlich innerhalb der Gemeinde geregelt werden sollte.

 

Die vom Oligarchen bestochen Familien Clans haben momentan ihre Pensionen direkt am Meer. Der einzige, leider makabere Trost der nach Hinten verdrängten ist: 

In wenigen Jahren wird eine weitere Strandpromenade  vom Meer verschluckt worden sein, -und sie, -Einwohner mit Häusern in der heutigen zweiten Reihe, werden dann die Vordersten sein!

Internationale Auszeichnungen für den sozialverträglichen Tourismus:

1999

3sat/nano 

Ökotourismus: Prainha do Canto Verde