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Agro-Chemie vergiftet
          den Rio Pardo

 2022 zu viel Wasser 

                   - 2220 zu wenig Wasser im Rio Pardo

von Charlotte Eichhorn      

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Weideland und Shrimpfarmen 

vergiften die  Mündung des Rio Pardo

Der Rio Pardo ist einer der wichtigsten Flüsse im Nordosten Brasiliens. Normaler weise zu trocken weil grosse Monokulturen  mit enormem Wasserverbrauch das Wasser abzapfen. Die Böden sind ausgetrocknet.

Das ist auch dr Grund warum Ende 21-Anfangs 22 ein Hochwasser

Betroffene GebieteBahia und Minas Gerais, Brasilien

Opfermind. 24 Todesopfer, 358 Verletzte und 640.000 Betroffene[2][3]

umweltschäden und Vergiftung pfalnezneschutzmittel

Umweltschäden und Vergiftungen durch Pflanzenschutzmittel

Pflanzenschutzmittel wurden wegen ihrer Giftwirkung auf Pflanzenschädlinge eingesetzt, bald stellte sich heraus, dass sie auch auf andere Lebewesen wirkten. So führte DDT dazu, dass in den USA der Wappenvogel, der Weißkopfseeadler, vom Aussterben bedroht war (>> mehr). In Mittelamerika führte in den 1970er und 80er Jahren DBCP (Dibromchlorpropan, ein Mittel gegen Fadenwürmer) dazu, dass 30.000 Arbeiter auf Bananenplantagen der Dole Food Company unfruchtbar wurden. (Das Mittel wurde dort auch weiterverwendet, nachdem die Nebenwirkung durch Unfruchtbarkeit von Arbeitern bei der Herstellung von DBCP längst bekannt war.)

Alleine in Deutschland werden jedes Jahr über 30.000 Tonnen chemische Pflanzenschutzmittel (auch Schädlingsbekämpfungsmittel oder Pestizide genannt; vor allem Unkrautvernichtungsmittel und Mittel zur Bekämpfung von Schimmelpilzen) eingesetzt und über 100.000 Tonnen hergestellt. In Entwicklungsländern werden giftige Pflanzenschutzmittel, die in den USA oder Europa längst verboten sind, oft ohne Schutzkleidung und -masken versprüht, die Weltgesundheitsorganisation schätzte 1990, dass jedes Jahr drei Millionen Menschen durch Pestizide vergiftet werden. Pestizide reichern sich in verschiedenen Nahrungsketten an (das heißt, ihre Konzentration nimmt von Stufe zu Stufe (>> hier) zu), bis hin zum Menschen. Pestizide führen zur Verarmung der Flora und Fauna im Boden; und Pestizidspuren finden sich immer wieder auch im Grundwasser und in Lebensmitteln. Pestizide können auch in geringen Konzentrationen Krebs auslösen und das Nervensystem beeinflussen; manche Pestizide wirken auch wie Hormone und können daher die Fruchtbarkeit und das Verhalten beeinflussen. (Biolebensmittel sind deutlich weniger mit Pestiziden belastet, siehe >> oben)).

Enormer Wasserverbrauch

Durch die Bewässerung ist die Landwirtschaft der mit Abstand der wichtigste Wasserverbraucher weltweit – 69 Prozent des Wassers gehen in die Landwirtschaft (mehr dazu >> hier). Fast alle großen wasserbaulichen Projekte, die das Gesicht der Erde verändert haben (mehr dazu: >> Wassernutzung) dienten auch der Wasserversorgung der Landwirtschaft. Eine andere Wasserquelle für die Landwirtschaft ist das Grundwasser, das in landwirtschaftlichen Regionen oftmals übernutzt wird (mehr dazu >> hier); in vielen Regionen Indiens und Chinas etwa fällt der Grundwasserspiegel kontinuierlich. Nach Schätzungen des amerikanischen Autors Lester R. Brown beruhen etwa zehn Prozent der weltweiten Weizenproduktion auf Übernutzung von Grundwasser. Brown spricht daher von einer „bubble economy“, einer mit einer Börsenblase vergleichbaren, durch Übernutzung von Wasser künstlich hochgetriebenen Lebensmittelproduktion.

Weitere Informationen zu diesem Thema: Seite >> Wassernutzung durch den Men

Staudammbruch

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Nutzung und Verschmutzung von Wasser, Boden und Luft

Der Rohstoffabbau schluckt jedes Jahr Unmengen von Wasser. Bis zu 4,5 Prozent der durchschnittlichen Wassernutzung in den betroffenen Ländern gehen auf den Bergbausektor zurück. Der Effekt: Grundwasserspiegel sinken, Flüsse trocknen aus und besonders in Dürrezeiten leidet die ganze Region unter massiver Wasserknappheit.

Ein weiteres Problem ist die Verschmutzung des Grundwassers durch Schadstoffe und Schwermetalle, die beim Abbau freigelegt werden. Große Mengen des kontaminierten Wassers oder Schlamms werden in Absetzbecken und Halden gelagert. In Erzlagern entstehen dadurch hochgiftige, saure Grubenwässer, auch „Acid Mine Drainage“ (AMD) genannt. Sickert diese Substanz unkontrolliert in die Erde, kann sie für tausende Jahre Boden und Grundwasser vergiften.

Ebenso toxisch sind die Emissionen, die bei Rodung, Aushub, Transport und Sprengarbeiten in die Luft gelangen. Selbst für Menschen, die mehrere Kilometer von den Minen entfernt wohnen, gehören Atemwegsprobleme und schwere Lungenerkrankungen zum Alltag.

Immer wieder kommt es bei Abraumhalden zu schrecklichen Umweltkatastrophen durch Lecks oder gar Dammbrüche. Das jüngste Beispiel ereignete sich im Januar 2019, als der Damm eines Absetzbeckens im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais brach. Eine zwölf Millionen Kubikmeter große, giftige Schlammlawine begrub ganze Dörfer unter sich und forderte mindestens 186 Todesopfer.

Menschenrechtsverletzungen und soziale Folgen

Schätzungsweise mehr als 40 Millionen Menschen weltweit arbeiten im Kleinbergbau – mindestens 150 Millionen sind direkt von diesem Einkommen abhängig. Der Beruf des Bergbauarbeiters gehört zu den gefährlichsten der Welt: Rund acht Prozent aller tödlichen Arbeitsunfälle passieren im Tage- und Untertagebau.

Besonders im Kleinbergbau herrschen katastrophale Bedingungen: Die Arbeiter kriechen durch knöchelhohen Schlamm, steigen ohne Helm und Sicherung in enge Schächte und sind hochtoxischen Chemikalien schutzlos ausgeliefert. Alternativen gibt es kaum: Der nicht industrielle Bergbau ist für Menschen in abgelegenen Gebieten meist die einzige Einnahmequelle.

Auch unzählige Anwohner leiden unter den Bergbauaktivitäten: Ganze Dorfgemeinschaften und indigene Völker werden für neue Abbaustätten vertrieben und ihre angestammten Gebiete zerstört. Viele Indigene fallen gewaltvollen, oft tödlich endenden, Auseinandersetzungen zum Opfer.

Der Rohstoffabbau ist fast überall auf der Welt für Ressourcenkonflikte zwischen lokalen Gemeinden und Mining-Konzernen verantwortlich. Denn verdienen tun hauptsächlich Letztere –  die Bevölkerung bezahlt mit ihrer Gesundheit.

Waterflow diagramm Rio Pardo do Minas; 30 000 Einwohner

poor Watermanagement;

nur 37 & des Abfallwassers läuft durch eine Kläreanöalge oder einen septic Tank, der Rest fliesst unbehandelt in den rio Pardo. und Rio pardo do Minas ist noch ziemlich weit oben; da fliessen allenfalls Chemie von den Eukalyptusplantagen in den Fluss, aber etwas weiter unten beginnnt die grosse chemie keule der rieseigen Gebiete der  kaffeplantagen und weiter unten die Viehwirtschaft und Bergabbau, Minen.

IHochwasser in Bahia (Ende 2021) Der Fluss Pardo steigt um vier Meter und überflutet 25 Bauernhöfe - CREDIT: CAMPO GRANDE NEWS

 

Itambe, rio Pardo musste geräumt werden 

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Hochwasser in Bahia
(Dezember 2021)

 

Hochwasser bei Porto Seguro im Süden von Bahia,
12. Dezember 2021

UnwetterStarke Regenfälle mit folgendem Hochwasser

Daten

BeginnMitte November 2021

HöhepunktMitte/Ende Dezember 2021

Folgen

Betroffene GebieteBahia und Minas Gerais, Brasilien

Opfermind. 24 Todesopfer, 358 Verletzte und 640.000 Betroffene[2][3]

 Karte mit allen verlinkten Seiten: OSM | WikiMap

Ende 2021 kam es zu einer Hochwasserkatastrophe in Bahia.[4] Seit Mitte November gab es in der Region starke Regenfälle.[5] Der subtropische Sturm Ubá[6] brachte ab 7. Dezember schwere Unwetter mit sich.[7]

Zwei Staudämme brachen in der Folge zwischen 25. und 26. Dezember in Jussiape (Duas-Ilhas-Staudamm am Rio Contas) und Itambé.[8] Insgesamt kam es zu mindestens 24 Todesopfern, die sich auf die Gemeinden Amargosa, Itaberaba, Itamaraju, Jucuruçu, Macarani, Prado, Ruy Barbosa, Itapetinga, Ilhéus, Aurelino Leal, Itabuna, São Félix do Coribe und Ubaitaba verteilten. Auch der Bundesstaat Minas Gerais war betroffen.[2] Darüber hinaus gab es mindestens 358 Verletzte und etwa 62.800 Menschen wurden aus ihren Häusern vertrieben.[3] Von über 160 betroffenen Gemeinden waren 151 in einer Notstandsituation, insgesamt wurden über 640.000 Menschen betroffen.[9]

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro kündigte Hilfen in Höhe von 700 Millionen Brasilianischer Real (125,67 Millionen US-Dollar) an, ein Hilfsangebot Argentiniens lehnte er zuvor ab.[10]

Nível do Rio Pardo sobe quatro metros e inunda 25 chácaras - CREDITO: CAMPO GRANDE NEWS

Die Arbeitnehmer von Canavieiras (BA) können ab morgen (6.) den Garantiefonds für die Dauer der Betriebszugehörigkeit (FGTS) für Katastrophenfälle in Anspruch nehmen. Die Gemeinde war von den jüngsten Regenfällen in Bahia betroffen.

Jeder von den Überschwemmungen betroffene Arbeitnehmer kann bis zu 6.220 R$ abheben. Nur Bewohner von Adressen, die der Caixa Econômica Federal vom kommunalen Zivilschutz mitgeteilt wurden, können die FGTS abheben.

Die Rücknahme kann bis zum 10. März über die FGTS-Anwendung beantragt werden. Der Arbeitnehmer muss nur die Anwendung öffnen und die Option "Meine Abhebungen" wählen, ohne eine Filiale aufsuchen zu müssen. Die Unterlagen - Lichtbildausweis und Nachweis des Wohnsitzes auf den Namen des Arbeitnehmers bis zu 120 Tage vor der Katastrophe - können mit dem Antrag selbst übermittelt werden.

Wenn der Wohnsitznachweis auf den Namen des Ehepartners lautet, muss auch eine Heiratsurkunde oder eine öffentliche Urkunde über eine eheähnliche Gemeinschaft eingereicht werden. Das Dokument kann auch der Bewerbung beigefügt werden.

Bei der Beantragung der Abhebung kann der Arbeitnehmer das Guthaben auf einem Caixa-Konto oder bei jeder anderen Bank angeben, um die Beträge gebührenfrei zu erhalten. Die Frist für die Rückgabe der Analyse und die Gutschrift auf dem Konto, wenn die Rücknahme genehmigt wird, beträgt fünf Arbeitstage.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website www.caixa.gov.br/beneficios-trabalhador/fgts/ oder kontaktieren Sie die Caixa unter 0800-726-0207.

Am 23. hatte die Caixa die Rücknahme der FGTS für die Einwohner von zwei weiteren von den Überschwemmungen betroffenen Gemeinden freigegeben: Eunápolis (BA) und Águas Formosas (MG). Sie haben außerdem bis zum 10. März Zeit, die Rücknahme der Anmeldung zu beantragen und Nachweise über die Wohnsituation zu übermitteln.

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Die Marisqueiras haben sich dem Fischereiverband angeschlossen. Während einer festgelegten Schonzeit, die die Fortpflanzung der Bestände garantiert, können sie nun ebenso wie die Fischer eine kleine Ausfallprämie einfordern und damit zum Erhalt der Fische und Krebse in den Mangroven beitragen.

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João (Barba) Soares

Fischer

 

Präsident des Dachverbandes der Fischergemeinschaft AMEX,

Gewerkschafter, Umweltschützer,

Aktivist, Vorbild und Seele seiner Quilombo-Gemeinschaft "Campinhos". 

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Jair S. Soares

Fischer

Fischereipräsident 

Quilombo-Gemeinschaft "Campinhos".

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Die artesanalen Fischer tuckern manchmal tagelang mit ihren kleinen Booten die Küste entlang oder rudern in die Mangroven. Dank dem RESEX müssen sie nicht mehr gegen industriellen Fischfang ankämpfen, aber die Beute ist trotzdem wegen Wasserverschmutzung- und mangel  seit längerem mager. Bildungs- und Gesundheitssystem in ihren Dörfern sind prekär.

Katastrophen treffen die RESEX-Fischer hart. 2019 war es eine Ölpest, die ihre Mangroven und Strände über Monate hinweg verschmutzte. Die Ursache wurde bislang nicht gefunden.

Dank ihres Einsatzes und der Unterstützung solidarischer Bürger von Canavieiras  konnten sie das Öl noch am Strand säubern, bevor es auch die Mangroven verschmutzte.

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Dann kam seit März 2020 der Verdienstausfall durch die Corona-Krise hinzu. Sie gipfelte in Brasilien durch politisch motivierte Grabenkämpfe in einer der höchsten  Infektions- und Todesraten weltweit. Der Verkauf von Fischen und Meeresfrüchten brach ein. Die erkämpften Fortschritte bei Umweltschutz und Nachhaltigkeit entlang des Rio Pardo sind nach Auffassung der Anrainer nun in Gefahr. Der Druck kommerzieller Interessen, fürchten Kleinbauern und Fischer, könnte die Regierung zu einer Lockerung der Schutzvorschriften bewegen. 

 

 

Ende September 2020 wurde diese Befürchtung wahr, als das Umweltministerium beschloss, die garantierten RESEX zwar bestehen zu lassen, aber ausserhalb der Schutzzonen 50 % der bestehenden Mangrovenwälder abzuholzen, um Platz zu schaffen für Tourismus und andere Projekte wie Krabbenzucht oder Windparks. Ein Bundesgericht stoppte dieses Vorhaben zwar 24 Stunden später, aber das letzte Wort dazu ist noch lange nicht gesprochen. 

Mitteilung in eigener Sache:

Die Dreharbeiten wurden Ende Februar 2020 beendet,

Wir stehen in Kontakt mit all den Beteiligten; soweit geht's ihnen betreffend Corona Virus gut.

Lokale NGO s kümmern sich momentan nicht nur um die Rettung des Flusses, sie verteilen nun auch Lebensmittelkörbe an Familien, deren Kinder normalerweise die einzige warme Mahlzeit in den nun geschlossenen Schulen bekommen.